Monatsthema: Mehrgeschossiger Holzbau

04. November 2019
Der Holzbau kommt zurück in die Stadt

2005 ist dem nachwachsenden Baustoff ein Durchbruch gelungen: In diesem Jahr traten schweizweit Brandschutzvorschriften in Kraft, die deutlich besser auf das Holz abgestimmt waren. Damit wurden unter bestimmten Voraussetzungen Holzbauten bis sechs Geschosse und Holzfassaden bis acht Geschosse möglich.

Bedingung für diesen Quantensprung war die Entwicklung sicherer Lösungen für den Brandschutz im mehrgeschossigen Holzbau. Dieser Herausforderung hat sich die Holzbranche in einem fast zehn Jahre dauernden Unternehmen mit intensiver Forschung und Entwicklung zusammen mit Forschungsinstituten und Hochschulen gestellt.

Bauen mit Holz in allen Nutzungen möglich

Unter der seit 2015 geltenden neusten Generation der Schweizer Brandschutzvorschriften können Holzbauten in allen Gebäudekategorien und Nutzungen errichtet werden. Bei den Anforderungen an den Feuerwiderstand wird nicht mehr zwischen brennbarer und nichtbrennbarer Konstruktion unterschieden.

Auf der Grundlage eines materialunabhängigen Sicherheitsniveaus, dass in der Brandschutznorm vorgegeben ist, wird die Verwendung der Baustoffe neu geregelt und die Anwendung von Holz bei Tragwerken, brandabschnittsbildenden Bauteilen, Aussenwandbekleidungen, Bedachungen und in der Innenanwendung erweitert.

Bis zu einer Gesamthöhe von 30 m können jetzt Wohn-, Büro- und Schulhäuser, Industrie- und Gewerbebauten, Beherbergungsbetriebe oder etwa Verkaufsgeschäfte in Holzbau realisiert werden. Selbst bei Hochhäusern ist die Anwendung von tragenden und brandabschnittsbildenden Holzbauteilen mit brennbaren Anteilen unter bestimmten Rahmenbedingungen neu möglich.

Quelle: Lignum Schweiz

Bilder von der Baustelle «Beton- und Schalungsarbeiten»

23. Oktober 2019

Monatsthema: Fragen zum Holzbau

01. Oktober 2019
Werden unsere Kinder unser Haus übernehmen können?

Ein gutes Holzhaus überdauert Generationen.

Langlebigkeit

Holz ist ein natürlicher Baustoff, biologisch abbaubar und produziert deshalb keinen Abfall. Dennoch ist es dauerhaft, wie Holztragwerke aus Funden von über 3500 Jahre alten ägyptischen Gräber beweisen. Holz hat also eine fast unbegrenzte Lebensdauer, vorausgesetzt, es wurde gut getrocknet und bleibt weiterhin vor Feuchtigkeit geschützt.

Dauerhaftigkeit

Unzählige, völlig intakte Holzbauten, die mehrere Jahrhunderte überdauert haben, zeugen von der Langlebigkeit der Holzkonstruktionen. Dabei sind Planung und fachgerechte Ausführung ausschlaggebend.

Wichtigkeit der Details

Während des Bauens ist die Verwendung trockenen Holzes die beste Massnahme für den Holzschutz. Eine gute Ausführung der Details, wie die Wahl der Holzart und ein niedriger Wassergehalt des Holzes sind die wichtigsten Bedingungen, die Langlebigkeit des Bauwerkes zu gewährleisten. Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, ist Holz für alle Bauteile eines Hauses zu verwenden, sogar für Badezimmer und Küchen.
Übrigens, das Haus Bethlehem in Schwyz ist das älteste Holzhaus Europas. Es wurde vor der Gründung der Eidgenossenschaft erbaut (1287).

Wie steht es mit dem Unterhalt von Holzhäusern?

Ein gut entworfenes Haus benötigt wenig Unterhalt.

Die Hinterlüftung ist wichtig

Bei Holzfassaden spielt die Hinterlüftung eine besondere Rolle. Eine fachgerecht gebaute Fassade verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit in die Bausubstanz, ermöglicht das Abfliessen des Oberflächenwassers und garantiert dank einer guten Luftzirkulation ein schnelles Trocknen der Holzteile.

Holzarten, die von der Natur aus widerstandsfähig sind

Holzarten wie die Lärche oder die Douglas-Föhre bieten eine hohe natürliche Resistenz gegenüber dem biologischen Holzabbau. Sie benötigen deshalb keine weitere Behandlung. Eine Fassade aus Fichte oder Weisstanne ist, wenn sie gut entworfen wurde, ebenfalls erstaunlich dauerhaft. Hingegen ändern unter dem Einfluss des Wetters alle unbehandelten Holzfassaden mit der Zeit ihr Aussehen.

Haben wir ein sicheres Zuhause?

Ein Gebäude, das die Vorschriften des Brandschutzes erfüllt, ist absolut sicher.

Vorurteile halten sich

Auch wenn es stimmt, dass Holz brennt, so ist es ebenfalls bewiesen, dass sich Holz im Brandfall besonders gut verhält. Seine Abbrandgeschwindigkeit ist langsam, gleichmässig und genau berechenbar. Wo eine nicht brennbare Konstruktion längst zusammengebrochen wäre, hält eine Holzkonstruktion dem Feuer noch stand. Diese Eigenschaft ist auch von den Brandschutzbehörden erkannt worden, so dass heute auch mehrgeschossige Gebäude in Holz zulässig sind. In der Schweiz wird seit dem 01.01.2015 zwischen Betonbau und Holzbau bis acht Stockwerke nicht mehr unterschieden. Mit einer Ausnahmebewilligung sind auch Gebäude bis 100 Meter realisierbar. Ein bewilligtes Projekt mit 24 Stockwerken in Wien: www.hoho-wien.at

Vorteile des Holzes

Das Risiko eines Brandes ist in einem Holzhaus nicht höher als anderswo. Es ist vor allem das Mobiliar, das während eines Brandes Feuer fängt. In dieser Beziehung bietet Holz ebenfalls entscheidende Vorteile. Denn im Brandfall entstehen keine toxischen Gase wie bei manchen synthetischen Stoffen in jedem Haushalt.

Strenge Vorschriften

Dank einem besonders strengem Regelwerk weist die Schweiz weltweit die niedrigste Zahl an Todesfällen infolge von Bränden auf. Brandabschnitte werden in Abhängigkeit der Nutzung der Gebäude vorgeschrieben. Zusätzlich wird für jedes relevante Bauteil eine Widerstandsdauer gegen das Feuer definiert. Dies erlaubt es, Leben zu retten, die Sicherheit der Rettungsmannschaften zu gewährleisten und die Ausbreitung des Feuers einzudämmen. All dies macht Holzhäuser besonders sicher.

Quelle: Lignum Schweiz

Monatsthema: Schweizer Holz

02. September 2019
Herkunftszeichen Schweizer Holz

Alles Holz, welches in der Schweiz gewachsen ist und hier verarbeitet wird, darf das «Herkunftszeichen Schweizer Holz» (HSH) tragen. Das rote Label ist quasi der Schweizer Pass für einen der wenigen Rohstoffe, die unser Land hervorbringt. Das Label ist auf dem Produkt selber und auf Rechnungen sowie Offerten zu finden.

Ist ein Produkt aus verschiedenen Hölzern zusammengesetzt, müssen mindestens 80% des Holzes aus der Schweiz stammen. Die übrigen 20% müssen aus Ländern oder Regionen mit vergleichbaren Produktionsbedingungen kommen. Das Herkunftszeichen wird in der ganzen Holz-Kette eingesetzt: Vom Forstbetrieb über die Sägerei und den Schreiner bis zum Detailhändler.

Gibt es Kontrollen für das «Herkunftszeichen Schweizer Holz»?

Primär setzt das Herkunftszeichen auf die Eigenverantwortung der Anbieter, denn man kennt sich und verfolgt dieselben Ziele. Die Lignum kontrolliert die Labelverwendung mit Stichproben. In naher Zukunft werden auch unabhängige Kontrollen von Dritten durchgeführt, damit das Label glaubwürdig und transparent bleibt.

Was sind die Vorteile, wenn ich Holz mit dem Herkunftslabel kaufe?

Zugegeben, äusserlich sieht Schweizer Holz nicht besser aus, aber es verfügt über unübertreffliche innere Werte. Denn Sie wissen: Das Produkt in Ihren Händen oder das Holz in Ihrem Haus wurde nicht weit transportiert, was Energie spart. Sie sind damit Teil eines regionalen Wirtschaftskreislaufes. Die Fachleute haben den Rohstoff qualitativ sorgsam verarbeitet und zu guter Letzt: Sie wissen, woher er kommt – aus dem Schweizer Wald. Dank Holznutzung bleibt der Wald fit und stabil.

Wer darf das «Herkunftszeichen Schweizer Holz» führen?

Das «Herkunftszeichen Schweizer Holz» ist ein eingetragenes und geschütztes Markenzeichen. Es steht allen Betrieben der Holzkette vom Wald über Sägereien und Holzbauer bis hin zu Schreinereien offen. Voraussetzungen sind die Kontrollen des Warenflusses im Betrieb sowie eine lückenlose Dokumentation der Holzmengen. Dazu meldet sich der Betrieb bei der HSH-Geschäftsstelle an und erhält eine Registriernummer.

Wer profitiert wirtschaftlich, wenn ich Produkte mit dem Herkunftszeichen kaufe?

Sie stärken damit die einheimische Waldwirtschaft, die unter dem starken Franken leidet, denn die Produktion des Rohstoffes Holz lässt sich nicht einfach ins Ausland verlegen. Ihr Entscheid für das Schweizer Holz stützt die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Holzwirtschaft und sichert dort Arbeitsplätze.

Quelle: Schweizer Holz

Monatsthema: Produktionszentrum Root LU

02. August 2019

Im 95.50 m langen und 76.50 m breiten Produktionszentrum in Root LU werden seit Januar 2012 die Holzbau-Systeme produziert. Das effiziente, flexible und exakte Holzbau-System mit dem hohen Vorfertigungsgrad ermöglicht qualitativ hochstehende und konkurrenzfähige Wohn- und Gewerbebauten. Das Produktionszentrum, ausgestattet mit der neuesten Holzbau-Technologie, ist für Firma Strüby ein weiterer wichtiger Schritt für eine erfolgreiche Zukunft.

Die Produktionsfläche von 7’300 m² ist in vier Bereiche mit dazugehörenden Fahrgassen aufgeteilt. In den Bereichen wurden folgende Maschinen mit neuesten Technologien installiert:

  • Abbundmaschine mit Robotaggregat und Werkzeugwechsler
  • Hobel- und Keilmaschine, Balkenlager
  • Brettstapel-Produktionsanlage
  • Element-Produktionsanlage
  • Endfertigung

Die Mitarbeiter sind das tragende Element eines Unternehmens. Nebst einem guten Arbeitsklima ist eine zeitgemässe Infrastruktur die Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeitsweise. Mit der Modernisierung wurden bei der Strüby Holzbau AG Arbeitsplätze erhalten und geschaffen. In der hellen, grosszügigen Werkhalle sind moderne und sichere Arbeitsplätze garantiert.